Geschichte

Geschichtliches zur katholischen Kirche / Kirchgemeinde Bichwil

Bichwil löste sich im Jahre 1768 von der Pfarrei Jonschwil und war fortan eine eigenständige Pfarrei. Das Gemeindegebiet erstreckte sich über Bichwil, Riggenschwil, Enge, Kreienberg, Eppenberg, Buchen, Rossmoos, Stolzenberg, Ramsau, Ritzenhüsli, was in etwa dem heutigen Gebiet entspricht, und ganz Oberuzwil.

Zu dieser Zeit, also 1768, trat der Wunsch auf, die bestehende Kapelle durch eine grössere Kirche zu ersetzen. Der Bau verzögerte sich jedoch infolge der Revolutionszeit, so dass die Pläne erst 1808 umgesetzt wurden. Heinrich Ladner aus Hittisau im Bregenzerwald wurde mit dem Bau beauftragt. Als Baumaterial wurden auch Steine der alten Burg Eppenberg verwendet.

Die Einsegnung erfolgte im Oktober 1809. Die Kirche war damals nur mit dem Allernötigsten ausgestattet. 1810 wurde aus Nesslau ein nicht mehr benötigter Altar angeschafft, 1833 liess man in Konstanz zwei Glocken giessen, 1839 und 1840 folgten die beiden Seitenaltäre. Eine Orgel mit sechs Registern wurde 1858 eingebaut, 1859 kam schliesslich die grosse Glocke, gegossen in Aarau, dazu.

1882 wurde ein neuer Altar, von der Firma Müller aus Wil, aufgestellt.
Um die Jahrhundertwende genügten die Platzverhältnisse nicht mehr, so dass eine Erweiterung geplant wurde. Die Kirche wurde 1908 gegen Westen hin erweitert. Auch im Innern wurde dabei der Baustil vom vormaligen Klassizismus zur Neu-Renaissance geändert.

Die einzige wesentliche Gebietsveränderung erfolgte 1935 mit der Abtrennung von Oberuzwil. Damit verringerte sich die Zahl der Kirchbürger erheblich.

Glücklicherweise fehlten in den fünfziger Jahren die finanziellen Mittel für eine umfassende Innenrennovation. Dies hätte dazumal wohl eine komplette Ausräumung der Innenausstattung bedeutet. Diesem Umstand haben wir es zu verdanken, dass sich die Bichwiler Kirche in der heutigen reichen Ausstattung präsentieren kann.

Im Jahr 2009 feierte die Pfarrei in einem grossen Festgottesdienst das 200-jährige Jubiläum der Dorfkirche Bichwil.

Quellen: Pfarr- und Kirchenarchiv Bichwil, Jubiläumsbuch Oberuzwil „Drei Dörfer, eine Gemeinde“