Aus der Geschichte der Jonschwiler Kirchgemeinde

796 wurde „Johannis vilare“, Jonschwil, erwähnt in einer Schenkungsurkunde, in welcher ein Priester Adam als Schreiber und Zeuge auftritt. 814 übertrug ein Adelgoz aus Algetshausen seinen Besitz dem Pfarrer in Jonschwil. Erwähnenswert ist auch, dass 840 auf der Burg in Jonschwil der Bistumsheilige Notker der Stammler (Balbulus) geboren wurde.

Bereits 1299 findet auch die Kapelle Schwarzenbach erstmalig Erwähnung. Die Konradskapelle ist Zeuge einer wechselvollen Geschichte des Dorfs Schwarzenbach. In Jonschwil wurde um 1509 ein Pfarrhaus gebaut. Die Jonschwiler Kirche diente bis 1766 für beide hier aktuellen Konfessionen, dann baute die Evang. Kirchgemeinde eine eigene Kirche. Im Jahre 1718 teilten die Bürger das Kirchengut nach Bevölkerungsanteil: zwei Drittel den Katholiken, ein Drittel den Evangelischen. Die endgültige Abtrennung der beiden Konfessionen wurde um 1771 vollzogen. Noch vorher trennte sich die neu gegründete Pfarrei Bichwil im Jahre 1768 von Jonschwil. Ab 1805 war die Kirchgemeinde Jonschwil selbstständig und es wurde ein neues Pfarrhaus gebaut. In den Jahren 1867-1893 erstellten die Jonschwiler eine neue Kirche durch Carl Reichlin. Der alte Turm bleibt bestehen, das Geläut wird erneuert sowie der Friedhof erweitert. Als treibende Kraft im Dorf wird Pfarrer Karl Bischofberger – der Papst im Dorf – erwähnt. 1883 wurde Dichter Heinrich Federer als Kaplan nach Jonschwil gewählt, er wirkte hier bis 1899 und bleibt dem Dorf als Dichter und Schriftsteller, unter anderem der Lachweiler Geschichten, nachhaltig in Erinnerung. Auch auf Initiative von Pfarrer Bischofberger erhielten die Rindaler eine eigene Kapelle.

1958 wurde die Pfarrkirche Jonschwil umgebaut und um 3 Meter verlängert. Die neugotische Ausstattung wurde unter der treibenden Kraft von Dekan Gallus Staubli vollständig ausgeräumt. Seit damals bestehen die farbigen Glasfenster von August Wanner und es wurde eine Späth-Orgel eingesetzt.

1996 wurde die Kirche einer umfangreichen Innenrenovierung unterzogen mit einer dekorativen und farblichen Neuinterpretation des Innenraums. Diese wurde ergänzt Anfangs des neuen Jahrtausend mit der grossen Aussenrenovierung.

Im Jahre 2008 erfolgte aus praktischen Gründen die Abtrennung des aus einem Teilgebiet von Oberrindal bestehenden Jonschwiler Kirchgemeindeteils zur Pfarrei Lütisburg.

2010 feierte das Bistum St.Gallen zusammen mit der Geburtsgemeinde Jonschwil den Seligen Notker Balbulus in einem würdigen Fest mit Beginn auf dem Notkerhügel, wo auch heute noch die Statue des Seligen Notker an diese prägnante Persönlichkeit erinnert.

Am 13. Dezember 2015 erfolgte die Eingliederung in die Seelsorgeeinheit Uzwil. Diese umfasst die Pfarreien Bichwil, Henau, Niederuzwil, Oberuzwil und neu Jonschwil. Der von Bischof Markus Büchel mitgegebene Leitsatz: „Dient einander als gute Verwalter der vielfältigen Gnade Gottes, jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.“ (1 Petr 4,10) möge den Lauf der Geschichte der Kirchgemeinde Jonschwil segensreich beeinflussen.