Eucharistie


Begegnung mit dem Auferstandenen und untereinander

Tut dies zu meinem Gedächtnis!

Das Leben Jesu Christi neigt sich dem Ende zu. Sein Sterben und seinen Tod vor Augen versammelt Jesus am Abend des beginnenden Pascha-Festes noch einmal die Seinen. Beim letzten gemeinsamen Mahl macht er ihnen zum Abschied das Geschenk seines Lebens. Er schenkt sich selbst. Er möchte auch in Zukunft - zwar in verwandelter Weise – für immer bei ihnen und bei uns sein. Dieses Geschenk ist sein Vermächtnis, sein letzter Wille, sein Testament. In seinem Vermächtnis legt Jesus den Seinen drei Dinge besonders ans Herz, zu denen sie in der Kraft des Heiligen Geistes berufen sind.

Eucharistie - Danksagung

Versammelt euch auch nach meinem Tod in meinem Namen, um miteinander zu beten und das Wort Gottes zu hören. Erhebt euer Herz zu Gott und lobt den Vater im Himmel und dankt ihm für all das Gute, das er euch schenkt. Bittet ihn um Hilfe und Erhörung in all den Nöten und Sorgen, mit denen das Leben euch belastet.

Kommunion - Gemeinschaft

Versammelt euch auch nach meinem Tod, um miteinander das Brot zu brechen und euch den Kelch zu reichen. In diesem Brot bin ich für euch da als Speise, die nährt und stärkt. In diesem Kelch bin ich für euch da, als Trank, der euch durchströmt und euer Herz erfreut.

Hingabe - Wandlung

Versammelt euch auch nach meinem Tod, um das Schicksal meines Lebens feiernd zu vergegenwärtigen. Meinen Tod am Kreuz, mein Lebensopfer und meine Hingabe werden euch das Wunder neuen Lebens, die Erfahrung der Auferstehung und der Erlösung schenken. Das ist das Geheimnis der Liebe, das euch und die Welt verwandelt.

Gedenken - Glaube

Die Gemeinschaft der Kirche lebt aus diesem Vermächtnis Jesu Christi. Im Gedenken und Erinnern an sein heilbringendes und erlösendes Leben, Sterben und Auferstehen wächst sie von innen und wird zum weiterlebenden Leib Christi verwandelt. Das ist ein Geheimnis des Glaubens, dem wir uns – in Treue zum Testament Jesu und geführt vom Heiligen Geist – in jeder Messfeier vertrauensvoll und voll Freude nähern.


Begegnung mit dem Auferstandenen

"Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus hinzu und ging mit ihnen."(Lk 24,15)

Zwei Wanderer sind von Jerusalem unterwegs nach Emmaus. Die Stimmung ist gedrückt, die Mienen ernst, das Gespräch und die Fragen gehen hin und her. Beide sind niedergeschlagen, müde, enttäuscht über das, was sie mit Jesus dem erwarteten Messias erlebt haben. Für Jesus ist das kein Grund, sich herauszuhalten. Im Gegenteil. Unerkannt gesellt er sich zu ihnen, fühlt sich ein, fragt nach dem Warum. Wo sich zwei oder drei in seinem Namen versammeln - auch als Fragende und Suchende, als Zweifelnde und Enttäuschte - geht Jesus mit, ist da, hört zu und lässt Menschen zu Wort kommen. So eröffnet er eine erste österliche Erfahrung seiner Gegenwart.

"Und er legte ihnen dar, ausgehend von Mose und allen Propheten, was in der gesamten Schrift über ihn geschrieben steht."(Lk 24,27)

Nachdem Jesus die beiden Wanderer zu Wort kommen liess, ihren Erfahrungen, Enttäuschungen, Fragen und Gefühlen zuhörte, gibt er eine Antwort. Er nimmt beide hinein in die große Geschichte Gottes mit den Menschen, die in der Heiligen Schrift bezeugt ist. Er lädt sie ein, das, was sie erlebt haben, im Lichte dieses Wortes zu sehen und verstehen zu lernen. So erleben sie den Dienst des Wortes Gottes auf ihr Leben und auf ihre Erfahrungen hin. Jesus deckt ihnen den Tisch des Wortes Gottes.

"Und als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn; dann sahen sie ihn nicht mehr. Und sie sagten zueinander: Brannte uns nicht das Herz in der Brust, als er unterwegs mit uns redete und uns den Sinn der Schrift erschloss?"(Lk 24,30-32)

Gedrängt von den beiden Wanderern wird der Fremde, wird Jesus, der eingeladene Gast, zum Gastgeber. In der kleinen Geste seiner Hände - betend, brechend, austeilend - gehen ihnen die Augen auf, erhellt sich der anbrechende Abend, verwandelt sich ihre Verzagtheit und Unsicherheit und entfacht neu das Feuer des Glaubens und der Liebe. Das gemeinsame Brotbrechen, der Tisch des Brotes, wird zum Ort der Erfahrung des Auferstandenen. Seitdem ist jede Eucharistiefeier ein kleines Osterfest, in der die Feiernden wie die Emmaus-Jünger in der Begegnung mit Jesus Christus Wandlung erfahren. Die Verheissung seiner bleibenden Gegenwart wird so am Sonntag in der Feier der Eucharistie Wirklichkeit.

"Noch in derselben Stunde brachen sie auf und kehrten nach Jerusalem zurück."(Lk 24,33a)

Mit brennendem Herzen, mit neuer Hoffnung und neuem Lebensmut kehren sie um zur Gemeinschaft in Jerusalem. Jetzt wird ihre Sendung klar, die Botschaft des Auferstandenen in die Welt zu tragen.