Auf reges Interesse stiessen die beiden diesjährigen Bildungsabende «Ohnmacht – oder die Stigmatisierung von Menschen mit körperlicher oder psychischer Beeinträchtigung». Beatrice Andeer berichtete eindrücklich von den Hindernissen, die ihr aufgrund ihrer körper­lichen Begrenzungen in den Weg gelegt wurden durch Vorurteile der Menschen und Vorgaben der Gesellschaft. Und wieviel Ausdauer und Kämpfergeist es braucht, unermüdlich die Steine aus dem Weg zu räumen und dennoch vorwärts zu gehen. Am zweiten Abend gab Hans Peter Hug (ehemaliger Pflegeleiter Akutpsychiatrie und Forensik) eine kurze Einführung zu psychischen Krankheiten. Anschliessend führte er ein Gespräch mit Patricia Veluscek. Das Thema «Ohnmacht» wurde dabei spürbar und greifbar: wenn es einfach keine schnelle Lösung gibt, wenn Angehörige mitleiden und nicht helfen können, wenn die Depression niederdrückt und jede Lebensenergie im Keim erstickt. Beide Abende zeigten, wie wichtig und wertvoll es ist, die Begegnung, das ­Gespräch und den Austausch mit Menschen mit Beeinträchtigung zu suchen, um eigene Vorurteile aufzubrechen und ein­ander besser gerecht zu werden.

Ingrid Krucker-Manser


Auch Anneliese Seelhofer hat dazu zwei ausführliche Artikel verfasst, die sie hier nachlesen können:

31. August - Ein Leben wie en steter Hindernislauf

7. September - Ohmacht in der Begegnung mit psychisch kranken Menschen