Die Zeit von Palmsonntag bis zum Ostermorgen ist sowohl theologisch als auch vom Facettenreichtum der Liturgie ein ungemein dichter und bewegender Teil des Kirchenjahres. So vieles in unserem Leben, das uns als Menschheit beschäftigt und berührt, ist mit dem Schicksal Jesu während jener Tage verknüpft. Diese grossen, universalen Themen reichen von der Sehnsucht einer starken Führungsfigur – die im Jubel am Palmsonntag Ausdruck fand – über Verrat, Hass und Gewalt, die im Karfreitag aufblitzen. Doch jene Emotionen, die alles Aufwühlendein uns versöhnen, werden uns schliesslich mit dem Ostermorgen geschenkt: Das göttliche Licht überstrahlt alles Dunkel, löst Verhärtungen in den Herzen der Menschen und verwandelt Hass, Missgunst, ja sogar Tod in ewiges Leben bei Gott.

Diese spannende und abwechslungsreiche Reise der zurückliegenden Kar- und Osterzeit kam auch im Leben unserer Gemeinde zum Ausdruck:Da war das Grün der Palmzweige, welche von unserer Diakoniegruppe zu kunstvollen Palmsträusschen arrangiert und anschliessend in die Haushalte betagter Menschen gebracht wurden. Da war die vielschichtige Musik von Roman Rutishauser, die von nachdenklich bis hoffnungsvoll die ganze Palette der Gefühlslage des Karfreitags widerspiegelte. Und da war die feierliche Osternacht, in der das Dunkel der Passion vom Licht des Osterfeuers durchbrochen wurde. Der Same von Gottes Heilshandeln entfaltet sich in jener Nacht zu prächtigen Blüten. Dies brachten auch die kleinen, liebevoll gestalteten Zündholzschächtelchen zum Ausdruck, welche von den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern mit nach Hause genommen wurden. Sie enthielten diverse Blumensamen sowie einen irischen Segenswunsch und waren von der „Osterlamm-Gruppe“ angefertigt worden.

Hier Fotos einfügen: Palmsträusschenbinden, Kreuz Karfreitag, Zündholzschächtelchen.

In den Kar- und Ostertagen durchleben wir die Fülle der Geschichte der Menschen mit Gott. Das ist jedes Jahr wieder eine wertvolle Chance für uns Christinnen und Christen, die Ausrichtung unseres Lebens zu reflektieren. Der Spannungsbogen endet dabei immer mit dem heilsamen Handeln Gottes, der Auferstehung. Und gerade in einer Zeit wie der momentanen, wo so oft von Einschränkungen die Rede ist und wo so vieles an gesellschaftlichem Leben und zwischenmenschlichen Beziehungen gehemmt ist, tut uns der Gedanke der Auferstehung ungemein gut. Das österliche Licht, das unser Inneres hell und warm macht, können wir im Moment besonders gut gebrauchen. Auch der Glaube, dass wir nicht allein durch schwierige Zeiten gehen, möge uns stärken.

Paul Hoch